Leseland Donau-Ries: Workshop Vorlesen für Flüchtlingskinder

Geflüchtete Kinder von 0-5 Jahren erhalten dabei eine Stofftasche mit einem Bilderbuch und einem begleitenden Flyer für die Eltern. Für alle Kinder von 0-12 Jahren gibt es eine Lese- und Medienbox mit einer Auswahl aktueller Bücher, Spielen und mehr, um den Kindern den Zugang zur deutschen Sprache zu erleichtern. …mehr

Bündnisplenum in Blossenau - Unternehmen, Politik, Verwaltung und Familien an einem Tisch

Das Bündnisplenum des Bündnis für Familie am vergangenen Donnerstag schaffte den Rundumschlag. Familien konnten sich darüber informieren, wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie tatsächlich funktionieren kann. Unternehmen erhielten einen Einblick in die familienfreundliche Personalpolitik anderer Klein- und Mittelständler. Und Verwaltung und Politik konnten zahlreiche Anregungen für mehr Familienorientierung beim Nachbarlandkreis Günzburg einholen, der für seine Familien- und Kinderfreundlichkeit bekannt ist – auch abgesehen von dem Zugpferd Legoland. …mehr

2. Bündnisplenum 29. Januar 2013

2. Plenum01

Mehr Zeit für Familie - ein Gewinn für alle

Auch im Donau-Ries leiden Familien unter Zeitstress - Lokales Bündnis für Familie suchte beim zweiten Bündnisplenum nach Lösungen

„Krankheit, Staus und Überstunden sind die drei Hauptursachen, warum Familien unter Zeitstress leiden". Zu diesem Fazit kommt eine Befragung von Familien, die im vergangenen Herbst durchgeführt wurde. Vorgestellt wurden diese und weitere Ergebnisse am 29. Januar 2013 im Donauwörther Gymnasium. Dort trafen sich zahlreiche Bündnispartner zum zweiten Plenum des Lokalen Bündnis für Familie Donau-Ries. Es stand unter dem Motto „Mehr Zeit für Familie - ein Gewinn für alle!".

„Wir wollen Familien vor Ort dabei unterstützen, sich ihre Zeit besser nach ihren eigenen Wünschen einteilen zu können. Gemeinsam mit Ihnen, den Bündnispartner, wollen wir Lösungen suchen, damit Familien mehr Zeit für Familie bleibt", stimmte Landrat Stefan Rößle die Teilnehmer in seinem Grußwort auf das Thema ein.

Der Landkreis Donau-Ries ist einer von bundesweit fünf Pilotstandorten, an denen untersucht werden soll, wie durch konkrete Projekte die zeitlichen Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden können.

„Es geht um Lösungen. Am Ende sollen greifbare Ergebnisse stehen: Mehr Zeit für Familie, mehr Lebensqualität, mehr Zufriedenheit", fasste Petra Mackroth, Unterabteilungsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das zentrale Anliegen des Modellprojekts zusammen. In Ihrem Referat machte Sie deutlich, dass Zeitpolitik ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Kommunen sei. „In einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer Familie und Beruf in Einklang bringen müssen und wollen, wird Zeit entscheidend", warb Sie für das, „zugegeben etwas sperrige Thema Familienzeitpolitik".

Wo Familien der Schuh drückt

„Wir müssen genau hinschauen, was in den Familien zu Zeitproblemen führt und in welchen Familien der Zeitdruck am größten ist", erläuterte Günter Katheder-Göllner den Hintergrund für die Befragung von Familien. Der Familienbeauftragte und Bündniskoordinator präsentierte deren zentrale Ergebnisse: Krankheit, Staus und Überstunden stünden an den fünf Modellkommunen Asbach-Bäumenheim, Mertingen, Donauwörth, Rögling und Tagmersheim im Vordergrund, wenn es um Zeitstress geht.

In den ländlichen Gemeinden Rögling und Tagmersheim sind der größte Zeitfresser aber die langen Wege zur Arbeit. Eine Notfallbetreuung und mehr Betreuungsangebote nennen Familien als Möglichkeiten zur Entlastung. Auch Unterstützung im Haushalt wäre eine gute Sache - wenn Sie denn bezahlbar ist. Von Tabellen und Zahlen leitete Katheder-Göllner über zu einer Gesprächsrunde, bei der das Thema „Zeitpolitik" aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Prüfstand gestellt wurde.

Einigkeit auf dem Podium

„Alleinerziehende leiden tatsächlich in besonderem Maße unter Zeitstress", bestätigte Helene Heine vom Verband Alleinerziehender Mütter und Väter ein weiteres Ergebnis der Befragung. „Sie sind aber zwangsläufig auch gute Netzwerker und sehr kreativ, wenn es um Lösungen geht!" Auf dem Podium neben ihr erläuterte die Röglinger Bürgermeisterin Maria Mittl, warum es sich auch für eine kleine Gemeinde lohne, auf Familienfreundlichkeit zu setzen.

Andrea Gärtner von der IHK Schwaben berichtete, immer mehr Unternehmen hätten die Bedeutung einer familienbewussten Personalpolitik erkannt: „Klar, denn auch Arbeitgebern bringt es zahlreiche Vorteile, wenn Beschäftigte Beruf und Familie gut vereinbaren können!" meinte sie. Alexandra Berchtenbreiter von Eurocopter Donauwörth konnte ihr darin nur zustimmen. „Unsere familienbewusste Unternehmenskultur trägt dazu bei, Fachkräfte zu binden und zu gewinnen. Und davon profitieren wir als Unternehmen genauso wie die Arbeitnehmer."

Einigkeit also auf dem Podium: Mehr Zeit für Familie ist tatsächlich ein Gewinn für alle. Allen voran natürlich für die Familien.

Fast 100 Ideen

Zum Abschluss des zweiten Bündnisplenums rief Günter Katheder-Göllner, der kurzfristig als Moderator der Veranstaltung eingesprungen war, die Teilnehmer zur Mitwirkung auf. „Keiner weiß so viel wie wir alle zusammen - in diesem Sinne bitte ich Sie um Ideen und Vorschläge um mehr Zeit und mehr Familie zu ermöglichen!"

Fast 100 Kärtchen hingen innerhalb kurzer Zeit an den bereitgestellten Pinwänden.

Dieses kreative Potential griff in einem furiosen Finale auch die Wilde Hilde auf. Die fränkische Swingpianistin und Kabarettistin Hildegard Pohl hatte sogar eigens ein Lied für das Bündnisplenum geschrieben. Und so sangen am Ende alle im Chor „Zeit für Familie lohnt sich".

 

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