Den Zeitkonflikten auf der Spur

ZW Asb

Wo bleibt die Zeit? Immer mehr Familien haben das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Immer häufiger leiden Familien unter Zeitstress. Immer mehr Mütter und Väter fühlen sich durch Zeitkonflikte belastet. Belegt wurde dies Ende letzten Jahres durch eine Befragung von Familien im Landkreis Donau-Ries. Auch viele Familien in Asbach-Bäumenheim füllten damals den Fragebogen aus. Die Ergebnisse wurden nun im Rahmen einer Zeitwerkstatt vorgestellt.

„Wir wollen den Ursachen für Zeitkonflikte in unserer Gemeinde auf die Spur kommen und wir wollen gemeinsam Ideen und Lösungen entwickeln, damit Familien in Asbach-Bäumenheim mehr Zeit für Familie bleibt", beschrieb Bürgermeister Otto Uhl die Ziele der Veranstaltung. In seinem kurzen Grußwort betonte er, dass es eines der wichtigsten Anliegen der Gemeinde sei, für familienfreundliche Rahmenbedingungen zu sorgen. „Familien sollen sich in Asbach-Bäumenheim wohlfühlen und Beruf und Familie gut vereinbaren können", sagte der Rathauschef. Die Gemeinde beteiligte sich deshalb gerne an einem landkreisweiten Modellprojekt, bei dem es um „Mehr Zeit für Familie" geht.

Der Landkreis Donau-Ries ist seit Mai 2012 einer von bundesweit fünf Pilotstandorten, an denen untersucht werden soll, wie durch konkrete Projekte die zeitlichen Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden können. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie; umgesetzt wird es unter dem Dach des Lokalen Bündnis für Familie Donau-Ries. „Es geht um Lösungen. Am Ende sollen greifbare Ergebnisse stehen: Mehr Zeit für Familie, mehr Lebensqualität, mehr Zufriedenheit", fasste der Familienbeauftragte des Landkreises, Günter Katheder-Göllner das zentrale Anliegen des Modellprojekts zusammen. Er zeichnete für die Inhalte der Zeitwerkstatt verantwortlich und moderierte die Veranstaltung.

Krankheit, Staus und Überstunden

In seinem Referat machte er deutlich, dass Zeitpolitik ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Kommunen sei. „In einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer Familie und Beruf in Einklang bringen müssen und wollen, wird Zeit entscheidend", warb er für das, „zugegeben etwas sperrige Thema Familienzeitpolitik".

„Krankheit, Staus und Überstunden sind die drei Hauptursachen, warum Familien in Asbach-Bäumenheim unter Zeitstress leiden", stellte Katheder-Göllner ein zentrales Ergebnis der Befragung vor. Eine Notfallbetreuung und mehr Betreuungsangebote für Schulkinder nannten Familien als Möglichkeiten zur Entlastung. Auch Unterstützung im Haushalt wäre eine gute Sache - wenn Sie denn bezahlbar ist.

Von Tabellen und Zahlen leitete Katheder-Göllner über zu einer Gesprächsrunde, bei der man nochmals den speziellen Zeitkonflikten in Asbach-Bäumenheim auf die Spur kommen wollte. Ein Thema kristallisierte sich dabei schnell heraus, nämlich Familien besser über vorhandene Angebote zu informieren.

Kärtchen und gute Ideen

„Von Problemen zu Lösungen" lautete anschließend das Motto im zweiten Teil der Asbach-Bäumenheimer Zeitwerkstatt. In zwei Arbeitsgruppen waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert ihre Ideen und Lösungsvorschläge zu formulieren. Schnell entwickelten sich rege Diskussionen zu der Frage, was getan werden könnte, um die Gemeinde noch familienzeitfreundlicher zu gestalten. Die Betreuungssituation für Grundschulkinder wurde dabei genauso aufgegriffen wie die Verbesserung der Information von Familien. Gesammelt wurden die Vorschläge auf Kärtchen, die dann auf einer Pinwand für alle sichtbar aufgehängt wurden. „Ein Infopaket für neu-zugezogene Familien, eine Aktionswoche ‚Autofrei in Schule und KITA‘, eine Familienseite auf der Homepage der Gemeinde, eine Tauschplattform ‚Ich-helfe-Dir-und-Du-hilfst-mir‘" - das waren einige der zahlreichen Vorschläge, die demnächst weiterverfolgt werden sollen.

Am Ball bleiben

Bürgermeister Otto Uhl und die Familienreferentin der Gemeinde Anita Klein sicherten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Abschluss zu: „Wir werden am Ball bleiben und dafür sorgen, dass möglichst viele Ihrer Vorschläge auch umgesetzt werden". Der Moderator Günter Katheder-Göllner bot dabei seine Unterstützung an, denn: „Schließlich ist es das gemeinsame Ziel von Landkreis und Gemeinden, Familien vor Ort dabei zu unterstützen, sich ihre Zeit besser nach ihren eigenen Wünschen einteilen zu können."

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